MOLDOVA: Russischer Imperialismus plant Angriffskrieg

Während sich der russische Imperialismus abmüht, Fortschritte in seiner Invasion und Besatzung der Ukraine zu machen, bereitet er sich darauf vor, mit der Annektierung Moldovas eine neue Front in diesem Krieg zu eröffnen.

Beitragsbild: Faschistische russische Besatzungstruppen im besetzten Transnistrien.

Von einem/einer Mitwirkenden von Die Rote Fahne
WAS LÄUFT?
  • Der neue Zar Putin und seine faschistisch-imperialistischen Aggressionskräfte haben in Kyiv eine entscheidende Niederlage erlitten und kämpfen nun darum, die Front im Donezbecken (auch Donbass genannt) zu stärken.
  • In einem verzweifelten Versuch, eine neue Front gegen das ukrainische Volk zu eröffnen, planen die russischen Faschisten, Moldova über die russische Kolonie Transnistrien anzugreifen.
  • Die imperialistischen und hegemonialen geopolitischen Ambitionen des neuen Zaren Putin und seines neuen Rasputin Aleksandr Dugin beruhen auf einer raschen russischen Expansion in den Teilen Europas und Asiens, die noch nicht Teil des westlichen imperialistischen Blocks geworden sind.
  • Die kriegstreiberischen Imperialisten sind zum Scheitern verdammt. Die Völker der Ukraine und der ganzen Welt werden im Kampf gegen Imperialismus und Hegemonismus siegen.

Somit hat der Verlauf des Krieges gezeigt, dass der Bund der faschistischen Staaten keine feste Grundlage gehabt hat noch hat. Die Hitlerkoalition hatte sich auf der Grundlage der Eroberungs- und Raubgelüste ihrer Teilnehmer gebildet. Solange die Hitlerfaschisten militärische Erfolge hatten, schien die faschistische Koalition eine feste Vereinigung zu sein. Aber schon die ersten Niederlagen der faschistischen Truppen führten zum faktischen Zerfall des Räuberblocks.

I. V. Stalin: «Bericht des Vorsitzenden des Staatlichen Verteidigungskomitees in der Festsitzung des Moskauer Rates der Deputierten der Werktätigen gemeinsam mit den Partei- und gesellschaftlichen Organisationen der Stadt Moskau» (06.11.1943)

Der russische Imperialismus sieht sich in letzter Zeit mit einigen ernsthaften Schwierigkeiten in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine konfrontiert. Seit der Niederlage der faschistischen russischen Streitkräfte bei Kyiv Anfang April versuchen die russischen Aggressoren, ihre Position in der Ost- und Südukraine zu festigen und schrittweise auszubauen, mit dem Ziel, die gesamte Region um das Donezbecken herum zu annektieren und eine Landbrücke vom Donezbecken im Osten über die Krim im Süden nach Transnistrien im Westen zu erobern. Deutsche Welle berichtete über die Absichten des russischen Imperialismus, das Donbass formell zu annektieren und damit seine Stellung im Osten der Ukraine zu festigen:

Die USA warnten davor, dass Moskau plant, Teile der Ostukraine, insbesondere die Regionen Luhansk und Donezk, formell zu annektieren, nachdem es Russland nicht gelungen ist, die ukrainische Hauptstadt Kyiv einzunehmen.
Michael Carpenter, US-Botschafter bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, sagte: «Russland plant, für deren Beitritt Mitte Mai ein Referendum durchzuführen.»
Er fügte hinzu, dass Russland auch einen ähnlichen Plan für die Region Cherson habe. Carpenter sagte Reportern in Washington, die USA hielten die «Berichte für sehr glaubwürdig».
Der neue Schwerpunkt sieht Russland darin, aus den bestehenden Gebietsgewinnen im Osten Kapital zu schlagen und die südliche Hafenstadt Odesa zu bombardieren.*

https://www.dw.com/en/ukraine-us-says-russia-plans-to-annex-3-regions-live-updates/a-61666573

Der Vormarsch verläuft jedoch schleppend, und die ukrainischen Streitkräfte bereiten den russischen Truppen, die nur langsam im Süden und kaum im Osten vorrücken können, grosse Probleme — was zu einem völligen Rückzug aller russischen Streitkräfte aus dem Norden (der Region rund um Kyiv) führt. Dies zeigt, dass die russischen Imperialisten nicht in der Lage sind, die Ukraine vor dem 9. Mai einzunehmen, wie sie ursprünglich geplant hatten.

Von der dänischen Regierung produzierte Karte, die die momentane Situation in der Ukraine aufzeigt.
Blau: Ukrainische Konteroffensive
Rot: Gebiete unter russischer Kontrolle
Pink: Russische Truppenbewegungen

Kürzlich berichtete The Times, dass ukrainische Militärquellen mit einer russischen Invasion in Moldova, dem westlichen Nachbarland der Ukraine, um den 9. Mai herum rechnen. Der russische Imperialismus hat Transnistrien, den Teil Moldovas, der an die Ukraine grenzt, bereits 1992 mit einer Streitmacht besetzt, die aus einer unbekannten Anzahl von Soldaten besteht. Laut The Times:

Nach Angaben ukrainischer Militärs wird Russland versuchen, von Moldova aus eine neue Front gegen die Ukraine zu eröffnen.
Es gebe eine «Reihe von Indizien», die auf einen baldigen Angriff auf den ehemaligen Sowjetstaat hinweisen, dessen Armee nur über 3’250 Soldaten verfügt, hiess es. Eine erfolgreiche Übernahme würde dazu führen, dass russische Truppen von Westen her in den ukrainischen Schwarzmeerhafen Odesa einmarschieren.
«Wir glauben, dass der Kreml bereits die Entscheidung getroffen hat, die Republik Moldova anzugreifen. Das Schicksal der Republik Moldova ist sehr entscheidend. Wenn die Russen beginnen, die Kontrolle zu übernehmen, werden wir militärisch ein leichteres Ziel sein, und die Bedrohung für die Ukraine wird existenziell sein», so die Quelle.

https://www.thetimes.co.uk/article/russia-is-already-paving-the-way-for-a-takeover-of-moldova-hl9zg3v7b
Karte von Moldova, inklusive seines Territoriums das von Russland besetzt wird (Transnistrien).

Laut der Nationalen Nachrichtenagentur der Ukraine:

Auf dem Flughafen von Tiraspol, der Hauptstadt der nicht anerkannten Republik Transnistrien, ist bereits eine gewisse Aktivität zu beobachten. Die Russen könnten versuchen, ihre Truppen mit Il-76-Flugzeugen und Hubschraubern, die von der besetzten Krim starten, zu verlegen. Gleichzeitig soll es in der moldovischen Hauptstadt Chisinau zu Protesten und Unruhen kommen.
[…]
Es wird berichtet, dass Russland kurz vor dem 9. Mai, dem russischen Tag des Sieges, versuchen könnte, in Moldova einzumarschieren. An diesem Tag könnte Präsident Wladimir Putin die Anerkennung der Unabhängigkeit Transnistriens ankündigen, was zu einem «Donbass-Szenario» führen und eine direkte Bedrohung für die territoriale Integrität der Republik Moldova darstellen würde.
[…]
Die Russen würden dann damit beginnen, grosse Mengen an Waffen in das Land zu liefern, bevor sie versuchen würden, es zu einem Teil Russlands zu machen, so die Quelle.
Eine erfolgreiche Übernahme würde dazu führen, dass russische Truppen von Westen her in den ukrainischen Schwarzmeerhafen Odesa einmarschieren und so von Moldawien aus eine neue russische Front gegen die Ukraine eröffnen.
[…]
Wie bereits berichtet, wurde angeblich eine «dringende Ausgabe» der Zeitung Transnistrien vom 2. Mai gedruckt, in der über «Terrorakte» berichtet wird und ein Appell, vermutlich von der Bevölkerung, an Präsident Putin veröffentlicht wird, in dem dieser zum Eingreifen aufgefordert wird.
In der vergangenen Woche wurde eine Reihe von Explosionen in Transnistrien gemeldet, die u. a. das Hauptquartier der örtlichen Sicherheitsbehörde in Tiraspol und ein Fernseh- und Rundfunkzentrum in dem Dorf Maiac zum Ziel hatten.
Ausserdem startete der russische Geheimdienst eine Operation unter falscher Flagge und verbreitete gefälschte Warnungen vor bevorstehenden Raketen- und Artillerieangriffen auf die Region, die angeblich von den ukrainischen Sicherheitskräften stammten. Die örtlichen Streitkräfte wurden in höchste Alarmbereitschaft versetzt.

https://www.ukrinform.net/rubric-ato/3472495-decision-to-invade-moldova-already-approved-by-kremlin-the-times.html

Als Reaktion auf die Serie von Anschlägen unter falscher Flagge (auch «False Flag Attacks» genannt), die der russische Imperialismus in der moldovischen Region Transnistrien verübt hat, kündigte der «Präsident» des transnistrischen Marionettenregimes für den 28. April eine allgemeine Mobilisierung aller Männer im Alter von 18 bis 55 Jahren an und rief zu einer russischen Intervention gegen Moldawien auf. Der russische Imperialismus plant konkret einen weiteren faschistischen Überfall auf ein souveränes Land, indem er einen Angriff auf Moldawien plant. Nach Angaben von Al-Jazeera:

Russland plant die Einnahme der Donbass-Region und der südlichen Ukraine, sagte ein Militärbeamter und erklärte, dass der letztgenannte Schritt ein «Weg nach Transnistrien» sei, der von Russland unterstützten abtrünnigen Region in Moldawien.
Der stellvertretende Kommandeur des zentralen Militärbezirks Russlands, Rostam Minnekaev, gab dies am Freitag bei einem Treffen in Swerdlowsk bekannt, wie russische Medien berichteten.
Er sagte, die Einnahme des Donbass würde es Moskau ermöglichen, eine Landbrücke zwischen der Krim, der 2014 annektierten Schwarzmeerhalbinsel, und der östlichen Region zu schlagen.
«Die Kontrolle über den Süden der Ukraine ist ein weiterer Weg nach Transnistrien, wo es auch Beweise dafür gibt, dass die russischsprachige Bevölkerung unterdrückt wird», sagte Minnekaev, ohne Einzelheiten über die angebliche Unterdrückung zu nennen.

https://www.aljazeera.com/news/2022/4/22/russia-says-it-plans-to-seize-donbas-southern-ukraine
Der belarussische Präsident Aljaksandr Lukašenka zeigte diese Karte, die geplannte russische Truppenbewegungen zeigt, am Anfang des russischen Angriffkrieges gegen die Ukraine. Die Karte zeigt u.a. auch geplannte russische Truppenbewegungen von und nach Moldova.

Es sollte nicht überraschen, dass der russische Imperialismus die Annexion der Republik Moldova plant. Seit dem Ende des Kalten Krieges ist die Kontrolle über Mitteleurasien ein zentrales Anliegen des russischen Imperialismus, insbesondere seiner faschistischen Ideologen wie Aleksandr Dugin, der sich im Kreml oft Gehör verschafft. Aleksandr Dugin vertritt eine spezifisch russische Variante des Faschismus, die er «Eurasianismus» nennt. In den letzten Jahren hat sich in der Ukraine und im Westen der Begriff «Raschismus» (d.h. «russischer Faschismus») als Bezeichnung für dieses Phänomen eingebürgert. Dugins Ideologie erinnert insbesondere an die von Adolf Hitler, wenn er für die russische Kontrolle der «Weltinsel» Eurasien durch die Kontrolle ihres «Kernlandes» (Osteuropa und Zentralasien) mittels eines Imperiums plädiert, das sein geografisches Territorium ständig ausdehnt, was Dugin als «Tellurokratie» bezeichnet, eine spezifisch russische Form der von Hitler in «Mein Kampf» propagierten Theorie des «Lebensraums». Der Chefideologe Putins schreibt:

[…] Die russische Geopolitik ist definitionsgemäss die Geopolitik des Kernlandes; die bodenbasierte Geopolitik, die Geopolitik von Boden. Daher wissen wir von Anfang an, dass die russische Gesellschaft zum bodenbasierten Typ gehört.
[…]
Die geopolitische Identität Russlands, die auf Boden basiert und tellurokratisch ist, erfordert Stärkung, Vertiefung, Anerkennung und Entwicklung. […] Die politische Souveränität Russlands hat eine viel tiefere Bedeutung: Sie ist die Verwirklichung des strategischen Projekts zur Aufrechterhaltung der politisch-administrativen Einheit des Kernlandes und zur (Wieder-)Herstellung der Bedingungen, die notwendig sind, damit Russland als tellurokratischer Pol im globalen Massstab agieren kann.*

Aleksandr Dugin: «Der letzte Krieg auf der Weltinsel: Die Geopolitik des heutigen Russland» (2012)

Vergleichen wir das Mal mit Hitler:

*Als gesundes Verhältnis darf dabei immer nur jener Zustand angesehen werden, der die Ernährung eines Volkes auf eigenem Grund und Boden sichert. Jeder andere Zustand, mag er auch Jahrhunderte, ja selbst Jahrtausende andauern, ist nichtsdestoweniger ein ungesunder und wird früher oder später zu einer Schädigung, wenn nicht zur Vernichtung des betreffenden Volkes führen.
Nur ein genügend grosser Raum auf dieser Erde sichert einem Volke die Freiheit des Daseins.
[…]
Damit ziehen wir Nationalsozialisten bewusst einen Strich unter die aussenpolitische Richtung unserer Vorkriegszeit. Wir setzen dort an, wo man vor sechs Jahrhunderten endete. Wir stoppen den ewigen Germanenzug nach dem Süden und Westen Europas und weisen den Blick nach dem Land im Osten. Wir schliessen endlich ab die Kolonial- und Handelspolitik der Vorkriegszeit und gehen über zur Bodenpolitik der Zukunft.

Adolf Hitler: «Mein Kampf» (1925)

Auch Aleksandr Dugin will *«zur Bodenpolitik der Zukunft» übergehen und bringt durch seine geopolitischen Theorien lediglich die bereits bestehenden strategischen Ziele des russischen Imperialismus in zusammengefasster Form zu Papier. Im Jahr 2008, vor Ausbruch des russischen Angriffskrieges gegen Georgien, erklärte Dugin in Südossetien:

Unsere Truppen werden die georgische Hauptstadt Tiflis, das gesamte Land und vielleicht sogar die Ukraine und die Halbinsel Krim besetzen, die historisch gesehen ohnehin zu Russland gehört.

https://www.spiegel.de/international/world/road-to-war-in-georgia-the-chronicle-of-a-caucasian-tragedy-a-574812.html

Wenn wir die Theorien von Dugin verstehen, die konkret das Leitdenken des russischen Imperialismus in seiner gegenwärtigen, neozaristischen, faschistischen Form unter der Putin-Regierung sind, können wir die zukünftigen Schritte des russischen Imperialismus verstehen. Nach der Invasion und Besetzung der Ukraine wird der russische Imperialismus unweigerlich versuchen, in Moldova und Georgien einzumarschieren und diese zu besetzen, da er in beiden Ländern bereits militärische Stützpunkte hat (Transnistrien in Moldova sowie Abchasien und Südossetien in Georgien). In beiden Fällen wird er die gleiche Taktik wie gegen die Ukraine anwenden. Danach wird er Länder wie Kasachstan, Armenien und Aserbaidschan ins Visier nehmen, in denen er militärisch präsent ist, sowie die Mongolei, Nordkorea und den Iran, wo er hohes Ansehen und Unterstützung durch die örtlichen Reaktionäre geniesst. Auf diese Weise kann sich der russische Imperialismus konsolidieren und expandieren, ohne in eine offene Konfrontation mit dem westlichen imperialistischen Block zu geraten, was zum 3. Weltkrieg führen würde. Daher wird der russische Imperialismus versuchen, seine Kontrolle über diese Länder rasch auszuweiten und zu festigen, entweder durch direkte Angliederung an die Russische Föderation (wie in Tschetschenien und Donbass) oder an den Unionsstaat (wie in Belarus). Sobald diese «Zwischenzone» zwischen dem westlichen und dem östlichen imperialistischen Block von den imperialistischen Großmächten geschluckt wird, wird der 3. Weltkrieg immer unvermeidlicher. Der russische Imperialismus ist zwar derzeit die Hauptbedrohung für den Weltfrieden, da er seinen «Platz an der Sonne» anstrebt, doch dabei darf nicht vergessen gehen, dass der US-Imperialismus der Hauptfeind der Völker der Welt ist, da er der grösste der imperialistischen Sklavenhalter ist. Ausserdem ist der chinesische Sozialimperialismus eine imperialistische Supermacht auf dem Vormarsch. Aber auch die anderen imperialistischen Mächte schmieden Pläne und versuchen, die Situation zu ihrem Vorteil zu nutzen, indem sie um einen höheren Anteil von Sklaven kämpfen. Das revolutionäre Proletariat darf keiner der imperialistische Supermächte und Mächte unterstützen. Heute gilt:

1. Entschiedener Widerstand gegen den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, seine Ambitionen zur Annexion der Ukraine, Belarus, Moldovas, Georgiens und Kasachstans sowie seine globalen hegemonialen Ambitionen.
2. Entschiedener Widerstand gegen die Erweiterung der NATO und der Europäischen Union und die Stationierung imperialistischer und reaktionärer Truppen in ganz Europa.
3. Entschlossener Kampf für die Auflösung der beiden imperialistischen Blöcke auf Weltebene.
4. Entschlossene Unterstützung der Völker der Länder, die vom russischen Imperialismus und den anderen imperialistischen Supermächten und Mächten unterdrückt oder bedroht werden.
5. Entschiedener Widerstand gegen die imperialistische Schein-«Neutralität» des Schweizer Imperialismus und gegen die Versuche, die Schweiz an den US-amerikanischen, deutschen und französischen Imperialismus zu binden. Vorbereitung darauf, sowohl den imperialistischen Krieg als auch die imperialistische «Neutralität» in einen revolutionären Bürgerkrieg umzuwandeln.

TOD DEM RUSSISCHEN IMPERIALISMUS UND SEINER AGGRESIVEN, FASCHISTISCHEN STREITKRÄFTE!
TOD DEM NEUEN ZAREN UND SEINEN LAKAIEN!
KEIN KRIEG ZWISCHEN DEN VÖLKERN! KEIN FRIEDEN ZWISCHEN DEN KLASSEN!
VERWANDELT DEN IMPERIALISTISCHEN KRIEG IN EINEN REVOLUTIONÄREN BÜRGERKRIEG!