Über Veränderungen, Neuanfänge und Kommendes

Erklärung unserer Redaktion zur 1. Plenartagung des Provisorischen Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Schweiz (Rote Fraktion), zur Reorganisation und Neugestaltung von «Die Rote Fahne» sowie zu unserer Ernennung zum Organ der Roten Fraktion.

ERKLÄRUNG

ÜBER VERÄNDERUNGEN, NEUANFÄNGE UND KOMMENDES

Anfang Januar dieses Jahres fand eine klandestine Sitzung des Provisorischen Zentralkomitees [PZK] der Kommunistischen Partei der Schweiz (Rote Fraktion) [KPS(RF)] statt. Diese Sitzung hat eine lang erkämpften Aufgabe vollbracht: die Vollendung des 1. Plenums der Schweizer Kommunist*innen. Wir freuen uns sehr, dass wir diese Nachricht und die damit verbundenen Veränderungen, Neuanfänge und kommenden Entwicklungen für die kommunistische Bewegung im Allgemeinen und unsere Webseite im Besonderen endlich öffentlich bekannt geben können.

Wir wollen zunächst etwas Klarheit schaffen. Einige Leser*innen mögen sich fragen, warum wir jetzt den Abschluss eines Plenums ankündigen, von dessen Abschluss wir bereits am 25. Mai 2021 berichtet hatten. Andere fragen sich vielleicht, warum es seit dem so lange gedauert hat, dieses Plenum zu vollenden. Die Antwort auf diese beiden Fragen ist einfach: ein scharfer Kampf zwischen der roten Arbeiterlinie und der weissen. bourgeoisen Linie sowohl innerhalb der KPS(RF) als auch später in der breiteren kommunistischen Bewegung (einschliesslich unserer Redaktion — aber dazu später mehr).

TDie ersten vier Sitzungen — die das im Mai letzten Jahres angekündigte so genannte «abgeschlossene Plenum» bildeten — waren stark von Dogmatismus geprägt. Und «[…] Dogma», wie der Vorsitzende Mao Zedong sagt, «ist weniger nützlich als Kuhscheisse. Man kann daraus machen, was man will, sogar Revisionismus […]»i. Gesagt, getan. Der ätzende dogmatisch-subjektivistische Revisionismus-Bullshit hat damals selbst den linken Flügel des PZK infiziert, der in eine Lage versetzt wurde, wo er nur Symptome und nicht die gesamte revisionistische Krankheit bekämpfte.

Der Kampf spitzte sich dann im letzten Sommer zu, als die Linke beschloss, dass sie eine revisionistische 1. Plenartagung nicht hinnehmen würde, und dass das Plenum nicht vorbei war, bis der Marxismus in den Sitzungen siegte. Der darauffolgende Kampf trug viele Früchte. Dazu gehörte die Einberufung einer 5. Sitzung, auf der die Linke unter anderem das Dokument «Es lebe die indische Revolution!» durchdrückte, und schliesslich eine 6. Sitzung des PZK — erstmals komplett mit Anhänger*innen der roten Linie besetzt — unter der Losung: «BRICHT MIT DEM REVISIONISMUS! KÄMPFT FÜR DEN KOMMUNISMUS!». Diese verabschiedete als zentrales Dokument eine Resolution bezüglich der Wiedergründung der Kommunistischen Partei der Schweiz — die die Geschichte der schweizerischen Arbeiterklasse und ihrer politischen Partei darlegt und die Aufgaben der KPS(RF) bei der Wiedergründung dieser Partei festlegt — die wir in den wichtigsten Teilen auf unserer Website veröffentlicht haben. Sie hat auch Resolutionen gegen den Revisionismus, vor allem gegen den Dogmato-Revisionismus, verabschiedet. Darüber hinaus hat sie eine konkrete und wissenschaftliche Analyse der gegenwärtigen Weltlage vorgenommen, in der die Völker der Welt neben der existenziellen Bedrohung durch den Klimawandel mit der Gefahr eines imperialistischen Dritten Weltkriegs konfrontiert sind, der heute von den drei imperialistischen Supermächten angezettelt wird: Dem US-Imperialismus, dem russische Imperialismus und dem chinesische Sozialimperialismus (das bedeutet sozialistisch in Worten, aber imperialistisch in Taten), von denen der russische Imperialismus derzeit die grösste Gefahr für den Weltfrieden darstellt. Unsere Antwort auf diese Entwicklungen kann nichts anderes als «KLASSE GEGEN KLASSE, KRIEG DEM KRIEG!» sein.

Wie wir bereits erwähnt haben, sind wir von diesem sehr wichtigen Kampf zwischen zwei Linien in unserer Bewegung nicht verschont geblieben. Mit Hilfe der Kamerad*innen der KPS(RF) konnten wir den Dogmatismus und das «linke» Liquidatorentum aus unserer Redaktion entfernen. Dieser Kampf hat auf unserer Seite zu einem viel tieferen Verständnis des heutigen Kommunismus — dem Marxismus-Leninismus-Maoismus-Gonzalo Denken — geführt, inklusive seiner Anwendung auf die Bedingungen der Schweizer Revolution. Infolgedessen sind wir stolz zu verkünden, dass Die Rote Fahne nun das offizielle Organ der Kommunistischen Partei der Schweiz (Rote Fraktion) ist!

Daraus ergibt sich natürlich, dass eine gewisse Reorganisation und Neugestaltung unserer Website notwendig war. Wir werden nun mehr Gewicht auf Nachrichtenartikel legen und sind auch dabei, unser umfangreiches Archiv marxistischer Theorie unter dem Leitsatz «besser weniger, aber besser» zu überarbeiten. Ein Genosse hat einen äusserst wichtigen theoretischen Artikel über den Weg und die Strategie der sozialistischen Revolution in den imperialistischen Ländern verfasst, der zum Zeitpunkt der Lancierung unseres Redesigns veröffentlicht wurde. Ausserdem werden wir bald einen Bericht über die Situation der kommunistischen Bewegung in Peru veröffentlichen, eine Aufgabe, die wir vom eingestellten Magazin «Machteroberung» übernommen haben.

Die notwendigen ideologischen Grundlagen, um die Wiedergründung der Kommunistischen Partei der Schweiz mittelfristig zu verwirklichen, sind gelegt. Jetzt ist es an der Zeit, sie in die Praxis umzusetzen, jetzt müssen alle Kamerad*innen und Genoss*innen den Geist und die Lehren dieses 1. Plenums zurück an ihre Kampffronten tragen — in die Quartiere, Betriebe, Schulen oder wo auch immer sie kämpfen mögen.

KÄMPFT FÜR DIE REVOLUTION! ES LEBE DIE ROTE FRAKTION!

Schweiz, Februar 2022
REDAKTION
DIE ROTE FAHNE

i Mao Zedong: «Interview mit André Malraux» (Juli 1965)